Atemwegserkrankungen eindämmen
Neue Erkenntnisse aus der Allergieforschung bei Pferden bestätigen, dass die konsequente Vermeidung von Allergenen nach wie vor die effektivste Strategie zur Gesunderhaltung der Atemwege ist.
Ein prominenter deutscher Tierarzt sieht im bedampften Heu ein wirksames Mittel, um die Entwicklung von Pferdeasthma einzudämmen.
Der deutsche Mannschaftsveterinär im Dressursport, Dr. Marc Koene, gibt offen zu, dass er dem Heubedampfen anfangs skeptisch gegenüberstand. Als Mitglied des FEI-Veterinärausschusses und Inhaber der renommierten Tierklinik Lüsche in Bakum sieht er sich regelmäßig mit neuen Konzepten und Produkten in der Pferdehaltung konfrontiert.
„Einige davon sind reine Modeerscheinungen, andere wissenschaftlich nicht fundiert. Und einige sind tatsächlich sinnvoll und bieten einen echten Mehrwert“, so Dr. Koene. Das Haygain-Hochtemperatur-Heubedampfen ordnet er eindeutig der letzten Kategorie zu.
Die patentierte Bedampftechnologie von Haygain reduziert bis zu 99 % der lungengängigen Reizstoffe, die selbst in qualitativ hochwertigem Heu enthalten sein können. Die positiven Effekte auf die Atemwege waren für Dr. Koene schnell erkennbar. Zunächst stellte er jedoch die Frage, ob das Bedampfen die Nährstoffqualität des Heus beeinträchtigen könnte.
„Anfangs dachte ich, dass durch das Bedampfen Vitamine und wichtige Inhaltsstoffe zerstört würden“, erklärt er. Diese Annahme änderte sich, nachdem er die Forschungsergebnisse der Royal Agricultural University in Großbritannien studierte. Dort zeigte sich, dass das patentierte Haygain-Verfahren die Nährstoffe im Heu weitgehend erhält. In einer Untersuchung mit 30 unterschiedlichen Heusorten war lediglich ein geringer Rückgang der wasserlöslichen Kohlenhydrate um 2,3 % festzustellen.
Begeistert bei den Weltreiterspielen
Als Dr. Koene erfuhr, dass Haygain zunehmend im internationalen Spitzensport eingesetzt wird, konnte er sich bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon, North Carolina, selbst ein Bild machen. Haygain stellte dort 44 Heubedampfer für Teams und Einzelsportler aus aller Welt zur Verfügung, darunter auch für die deutsche Mannschaft.
Heute nutzt Dr. Koene einen Haygain-Vollballenbedampfer in der Tierklinik Lüsche. Er beobachtet, wie das System sowohl von deutschen Kaderreitern als auch von Klinik-Kunden angenommen wird und sich auf höchstem sportlichem Niveau etabliert hat.
Überrascht ist er darüber nicht. „Es wird sehr gut angenommen“, stellt er fest. „Die Pferde mögen es – und die Pferdepfleger ebenfalls.“
Dr. Koene empfiehlt Haygain aus mehreren Gründen: „Staubfreies Heu ist der größte Vorteil, insbesondere angesichts der steigenden Zahl von Asthmapatienten unter den Pferden. Zudem nehmen die Pferde über das bedampfte Heu mehr Wasser auf, was generell positiv ist – vor allem bei Tieren, die ohnehin wenig trinken.“
Während manche Pferde unabhängig vom Standort ausreichend Wasser aufnehmen, gibt es auch empfindlichere Tiere, die bei verändertem Geschmack weniger trinken. „Pferde haben einen deutlich feineren Geruchs- und Geschmackssinn als Menschen. Wasser riecht und schmeckt weltweit sehr unterschiedlich. In den USA ist es beispielsweise stark chlorhaltig – das ist dort normal, aber nicht für deutsche Pferde.“
Ein bewährter Trick sei das Beimischen von Apfelsaft, um den ungewohnten Geschmack zu überdecken. Haygain unterstütze diesen Effekt auf natürliche Weise, da bedampftes Heu einen bis zu dreifach höheren Feuchtigkeitsgehalt aufweist als trockenes Heu. „Die Pferde lieben es. Durch die zusätzliche Wasseraufnahme über das Raufutter bleibt mehr Flüssigkeit im Darm – ein sehr positiver Kreislauf.“
Dr. Koenes Beobachtungen decken sich mit Studien zur Schmackhaftigkeit von bedampftem Heu im Vergleich zu trockenem oder eingeweichtem Futter. „Pferde zeigen sehr deutlich, was ihnen bekommt und was nicht. Sie sind selektive Fresser – und lehnen ungeeignetes Futter meist ab.“
Auch aus Sicht der Pferdepfleger überzeugt das System: „Routinen zu verändern ist schwierig. Alles, was zusätzlichen Aufwand bedeutet, muss dem Pferd eindeutig nutzen – sonst wird es im Stallalltag nicht umgesetzt. Zeit ist immer ein limitierender Faktor.“
Alles rund ums Pferd
„Das Pferd steht im Mittelpunkt“ – dieses Leitmotiv prägt die Arbeit der Tierklinik Lüsche. Mit über 30 Tierärzten bietet sie modernste Versorgung in Bereichen wie Orthopädie, Augenheilkunde, Rehabilitation, Leistungsphysiologie und sogar Schlafmedizin. Zahlreiche Fachartikel unterstreichen den hohen Stellenwert der Aufklärung von Pferdebesitzern.
Dieses Selbstverständnis spiegelt sich auch in Dr. Koenes Engagement wider – sowohl in der Betreuung von Kunden- und Teampferden als auch in seinen Beiträgen zur veterinärmedizinischen Forschung. „Unsere Arbeit ist mehr als reine Tiermedizin“, erklärt er. „Sie umfasst Management, Beratung und langfristige Planung. Man könnte es als eine Art ‚medizinisches Management‘ bezeichnen.“
Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Fütterungsberatung. „Bei Championaten stellen wir sicher, dass das Raufutter mindestens sechs Wochen im Voraus geliefert wird, damit sich die Pferde daran gewöhnen können. Veränderungen wollen wir unbedingt vermeiden.“ Für internationale Turniere wird das gesamte Jahr im Voraus geplant – inklusive Herkunft und Qualität des Heus.
Für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio stammte das Heu der deutschen Dressurmannschaft beispielsweise aus Kentucky, unterstützt durch Kentucky Equine Research. „Es war dasselbe Heu, das wir bereits bei den Weltreiterspielen in Tryon verwendet hatten“, so Dr. Koene. Teil der Vorbereitung ist es zudem, dass die Pferdepfleger jedes Mannschaftspferdes das individuell passende Heu auswählen.
Leiden immer mehr Pferde an Asthma?
Zur zunehmenden Häufigkeit von Pferdeasthma gibt es verschiedene Erklärungsansätze. „Manche vermuten einen Zusammenhang mit der steigenden Anzahl an Impfungen, die das Immunsystem überaktiv machen könnten“, erklärt Dr. Koene. „Das Pferd reagiert dann auf Reize, auf die es eigentlich nicht reagieren sollte.“
Unbestritten ist jedoch, dass die Umgebung des Pferdes den größten Einfluss hat. Deshalb rückt sie zunehmend in den Fokus von Prävention und Therapie. In vielen Bereichen hat sich das Management bereits verbessert, insbesondere durch ein stärkeres Bewusstsein für Heuqualität und andere inhalierbare Reizstoffe – vor allem bei Pferden mit überwiegender Stallhaltung.
Entscheidend ist, was sich in der Atemzone des Pferdes befindet. Heu, Einstreu, Urin, bakterielle Belastungen unter Stallmatten sowie Schimmel an Stallwänden zählen zu den zahlreichen potenziellen Quellen entzündungsfördernder Partikel.
Auch der zunehmende Anteil von Freizeitreitern wirkt sich auf allgemeine Trends in der Pferdegesundheit aus. „Es gibt weniger Fachleute und mehr Pferdebesitzer ohne fundierte Erfahrung. Oft müssen wir bei den Grundlagen der Pferdehaltung beginnen.“
Dass Atemwegserkrankungen ein zentrales Thema bleiben, zeigte sich auch bei der Konferenz der American Association of Equine Practitioners, deren Hauptveranstaltung zum Thema „Management and Treatment of Equine Respiratory Disease“ trotz COVID-bedingter Einschränkungen stark besucht war.
„Dieses Thema entwickelt sich ständig weiter“, betont Dr. Koene. „Viele Maßnahmen, von denen wir früher dachten, sie würden helfen, tun es nicht. Inhalationen oder Medikamente können unterstützen, sind aber keine Heilung. Heute wissen wir zudem, dass Omega-3-Fettsäuren aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften einen positiven Effekt auf die Atemwegsgesundheit haben.“
Eine der größten Herausforderungen bleibe es, Pferdebesitzer zu einer konsequenten Umsetzung empfohlener Managementmaßnahmen zu bewegen.
Durch die signifikante Reduktion unsichtbarer, mikroskopischer Atemwegsreizstoffe im Futter stellt Haygain eine vergleichsweise einfache Möglichkeit dar, das Risiko für Atemwegserkrankungen zu senken. „Viele Besitzer kennen Haygain bereits“, sagt Dr. Koene. „Jetzt müssen sie verstehen, dass es sich nicht um eine Modeerscheinung handelt, sondern um eine Maßnahme mit nachweislichem Nutzen – belegt durch wissenschaftliche Fakten.“
Abonnieren Sie den Haygain Newsletter
Holen Sie sich den Haygain Newsletter mit den neuesten Nachrichten, Gesundheitstipps, Sonderangeboten und Gewinnspielen. Füllen Sie dafür einfach das Formular am Ende dieser Seite aus.
Bereit zum Stöbern?
